Auch Flüchtlingskinder sind hochbegabt!

 

Die folgenden kleinen Geschichten stammen von einem 10-jährigen Mädchen, von dem ich aus einsichtigen Gründen auch nicht den Vornamen nennen will. Ihre Familie ist vor drei Jahren aus einem Kriegsgebiet nach Deutschland geflüchtet und versucht mit allen Kräften, sich hier einzuleben und anzupassen.

 

Die Kleine ist eindeutig hochintelligent und überflügelt in der Schule Gleichaltrige bereits um Längen. Ich betreue sie ehrenamtlich in einer Hausaufgabenhilfe für Kinder mit Migrationshintergrund (Grundschule), und als sie jüngst mit den Hausaufgaben fertig war, bettelte sie darum, eine Geschichte schreiben zu dürfen – auf Deutsch natürlich.

 

Ich übernehme hier ihre kleine Geschichte im Wortlaut, auch mit allen Grammatikfehlern. Sie hat hintereinander weg geschrieben; es floss nur so aus ihren Fingern. Und doch lässt sich ein Erzählfaden darin finden. Woher sie die Ideen hat, auch den Namen „Wolfgang“, ist mir völlig schleierhaft, aber das spielt auch keine Rolle.

 

Genug der Vorrede. Hier kommt ihre kleine Geschichte:

 

Die Winterferien

 

 

 

N. N., Mädchen (10)

 

 

 

 

 

Die Winterferien waren sehr schön. Am 24. Dezember war Weihnachten, und am 31. Dezember haben wir Silvester gefeiert. Sogar ich durfte ein paar Feuerwerke ansehen. Um 00:34 musste ich ins Bett, und am 6. Januar waren wir zu einer Geburtstagsparty bei meiner Freundin. Am 8. Januar sind wir Schlitten gefahren. Das war auch toll, und außerdem hat es am Dienstag geschneit und da waren wir draußen. Ich hatte viel Spaß und am Abend sind wir schlafen gegangen.

 

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Der nette Hund

 

 

 

N. N., Mädchen (10)

 

 

 

Es war einmal ein Hund, der einen sehr netten Besitzer hatte, und er selbst war auch ein sehr netter Hund. Er jagte nicht Katzen, er ließ die Katzen frei. Eines Tages ging der Besitzer weg, und der Hund musste ganz allein zu Hause bleiben. Das war gruselig. Aber der Besitzer ist ganz schnell wieder gekommen, weil draußen ein sehr schrecklicher Schneesturm war. Der Hund ist eingeschlafen, und das war ein sehr toller Abend und außerdem hieß der Hund „der nette Hund“.

 

 

 

The End

 

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© Chris Frey Januar 2017

 

 

 

 

 

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